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Elektrotherapie PDF Drucken
Wednesday, 27. September 2006

Elektrotherapie oder Elektromedizin ist die Bezeichnung für therapeutische Anwendungen von elektrischem Strom in der Medizin und in der Physiotherapie. Für einige der Verfahren werden synonym auch die Begriffe Reizstromtherapie oder Feinstromtherapie benutzt.

Gemeinsam ist diesen Verfahren, dass während der Anwendung Gleich- oder Wechselströme den Körper oder Körperteilen durchfliessen. Die entsprechenden Spannungen werden entweder über mit der Hautoberfläche leitend verbundenen Elektroden zugeführt oder über Elektroden in einem Wasserbad. Bei Anwendungen von Implantaten zur funktionellen Elektrostimulation sind die stromabgebenden Elektroden dagegen im Gewebe.
Ene Sonderstellung nehmen Verfahren ein, bei denen durch Magnetfelder im Körperinneren elektrische Wechselspannungen nach dem Induktionsgesetz erzeugt werden. (Transkranielle Magnetstimulation, pulsierende Signaltherapie, PEST usw.).
Eine Sonderform stellt auch die Iontophorese von Arzneistoffen über die Haut dar.
Beim Ausfall von Nerven in der Peripherie des Körpers, also besonders an Armen und Beinen, kommt es zum Abbau von Muskelzellen des vom geschädigten Nerv versorgten Muskels. Um dies zu vermeiden, werden während einer Therapiesitzung Elektroden angebracht und mit geringen Stromstößen (Reizstrom) die Funktion des betroffenen Nerven stimuliert. Dadurch bewegt sich der bedrohte Muskel wieder und atrophiert weniger rasch.
Die Muskeln reagieren je nach Dauer der Enervierung auf verschiedene Stromarten unterschiedlich gut. Im Allgemeinen werden bei längerbestehenden Enervationen mit Exponentialströmen mit relativ langen Dreieckimpulsen die besten Ergebnisse erzielt, weil die Muskeln nur noch auf längere Stromimpulse ansprechen. Es werden Dreieckimpulse eingesetzt weil die gesunde Muskulatur wegen der noch vorhandenen Adaptationsfähigkeit nicht auf diese Impulsform anspricht. Doch auch Faradisation und Rechteckstrom kommen zum Einsatz. Gleichstrom (früher Galvanisation genannt) kann keine Kontraktionen auslösen.

Folgende Anwendungsformen können zum Einsatz kommen:

  • Die Galvanisation (Gleichstrom) wird insbesondere bei Radikulär- und Pseudoradikulärsyndromen angewandt.
  • Das Stangerbad als spezielle Form verbindet die Wirkung eines Vollbades mit der der Elektrotherapie.  Dabei wird nicht nur die Schmerzschwelle verändert, sondern auch der Muskeltonus.
  • Impulsströme zwischen 2 und 150 Hz und eine Kombination von Impuls- und Gleichstrom   kommen bei lokalen, akuten und chronischen Schmerzzuständen zum Einsatz.
  • Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist heute schon in Eigenbehandlung durchführbar. Der Patient erhält nach einer entsprechenden Einweisung des behandelnden Arztes für eine bestimmte Zeit ein eigenes Gerät. TENS wird hauptsächlich durchgeführt bei Muskel- und Skelettschmerzen, posttraumatischen Schmerzen, Neuralgien, Stumpf- und Phantomschmerzen, Durchblutungsstörungen, Karzinomschmerzen.

Sinnvoll ist eine tägliche Anwendung der niederfrequenten Elektrotherapie. In einigen Fällen, zum Beispiel bei der TENS, kann auch eine mehrfache Anwendung am Tag sinnvoll sein. Diese Entscheidung sollte individuell in Absprache mit Schmerztherapeut, Physiotherapeut und Patient erfolgen.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Elektrotherapie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.    

Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 18. October 2006 )
 
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